A B C D E F G H I K L M O P Q R S T W Z

Süßholzwurzel

S-ssholzwurzel_Radix-LiquiritiaekZahZa3NgW406Wirkungen: Extrakte wirken antibakteriell, antifungal, entzündungshemmend, antihepatotoxisch, expektorierend, immunmodulatorisch, sekretolytisch, antiviral, krampflösend und ulkusprotektiv.    Die Abheilung von Magenulzera wird durch Glycyrrhizinsäure und das Aglykon der Glycyrrgizinsäure beschleunigt.

Im Tierversuch wurde eine expektorierende, sekretolytische und krampflösende Wirkungen nachgewiesen.

Anwendungsgebiete: Zur Unterstützung der Behandlung von krampfartigen Beschwerden bei Entzündungen der Magenschleimhaut (chron. Gastritis)  und zur Schleimlösung und Erleichterung des Auswurfs bei Katarrhen der oberen Atemwege (Bronchitis). Katarrhe der oberen Luftwege und Ulcus ventriculi/duodeni.

Nebenwirkungen: Bei höhere Dosierung (mehr als 50g Droge pro Tag) und längerer Anwendung  können mineralcorticoide Effekte in Form einer NAtrium- und Wasser-Retention, Ödeme, Kaliumverlust mit Hochdruck und Hypokaliämie und in seltenen Fällen Myoglobinurie auftreten. 2mg Glycyrrhizin pro kg Körpergewicht sind in Ordnung.

Wechselwirkungen: Durch andere Arzneimittel, z.B. Thiazid- und Schleifendiuretika können Kaliumverluste verstärkt werden. Die Empfindlichkeit gegenüber Digitalisglykosiden nimmt durch Kaliumverluste zu.

Gegenanzeigen: Bluthochdruck, cholestatische Lebererkrankungen, chronische Lebererkrankungen, Leberzirrhose, Hypokaliämie, schwere Niereninsuffizienz, Schwangerschaft

Hinweise: 24-Hydroxyglycyrrhetinsäure ist 50-100x süßer als Zucker. Süßholwurzel soll nicht länger als 4-6 Wochen ohne ärztliche Rücksprache angewendet werden. Als Geschmackskorrigenz ist eine Mene von 110mg Glycyrrhizin am Tag in Ordnung. Es ist 50x süßer als Zucker. In handelsüblichen Lakritzwaren liegt der Gehalt an Glycyrrhizinsäure zwischen 34-500mg/100g. Der Höchstgehalt ist laut Bundesverband der Süßwarenindustrie auf 200mg/100g festgelegt worden. Enthalten Produkte eine höhere Menge, müssen sie mit "Starklakritz" ausgezeichnet werden und die Höchstverzehrmenge muss mit angegeben werden. Süßholzwurzel verstärkt die Wirkung einer abführenden Teemischung, die Anthrachinondrogen enthalten. Somit kann die Dosis reduziert werden.

Zerkleinerte Droge kann in den Behältnissen laut Literatur maximal 3 Jahre gelagert werden.

Freisetzung aus grob geschnittener Droge von Glycyrrhizinsäure bzw. Liquiritin (2g auf 200ml):

Teeaufguss nach 10min. -> 39% bzw. 30%, nach 30 min. -> 56% bzw. 43%43%                        

Abkochung nach 10 min. -> 51% bzw. 46% , nach 30 min. -> 80% bzw. 75%

Nach 15min. Aufguss wird bei fein gepulverter Droge die dreifache Menge an Glycyrrhizinsäure bzw. vierfache Menge an Liquiritin im Vergleich zu grob geschnittener Droge freigesetzt.

Teebereitung: 1-1,5g fein geschnittene oder grob gepulverte Droge mit etwa 200ml kochendem Wasser übergießen oder mit kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen und nach 10-15min. abgießen.

Dosierungsvorschlag: mittlere Tagesdosis: 5-15g Droge entsprechen 200-600mg Glycyrrhizin, gebräuchliche Einzeldosis als Aufguss oder Abkochung: 1,5g pro Tasse

Succus Liquiritiae: 05-1g bei Katarrhen der oberen Luftwege; 1,5-3g bei ulcus ventriculi/duodeni

Über den Tag verteilt 2-3 Tassen Tee trinken.

Pädiatrie: mittlere Tagesdosis (Süßholzwurzel) für innere Anwendung

0-1 Jahr         > 1-4 Jahre        > 4-10 Jahre           > 10-16 Jahre

     -                    1,5-3g                  3-5g                        5-10g

Pädiatrie: mittlere Tagesdosis (Succus Liquiritiae) für innere Anwendung

0-1 Jahr         > 1-4 Jahre          > 4-10 Jahre           > 10-16 Jahre

      -                      -                       0,1-0,5g                     0,5-1g